Die automatischen Fensterrollos eines Mehrfamilienhauses „fahren“ nicht runter


erstellt am: 14.11.2019 | von: Ricardo Baguena-Ellers | Kategorie(n): Schadensfall des Monats

Im November 2019 reklamiert ein Immobilienbesitzer den Einbau von zwanzig Fenstern und acht Türen. Grund ist die fehlerhafte Ausmessung der Fenstermaße des Fensterbauers. Der Fensterbauer sowie Markisenbauer kommen aus dem gleichen Ort. Der Immobilienbesitzer hat mit beiden Handwerkern zu unterschiedlichen Zeiten Besichtigungstermine. Wegen Lieferengpässen verzögert sich der Einbau der Fenster und Türen. Daraufhin beauftragt der Immobilienbesitzer den Markisenbauer die Rolladen schon mal ohne Fenster zu installieren.

Vier Wochen später bauen die Mitarbeiter des Fensterbauers die Fenster und Türen ein. Sie beklagen sich über die mangelnden „Freiräume“ beim Einbau. Es ist alles ziemlich eng. Der Auftrag wird innerhalb von einer Woche erledigt. Soweit alles gut.

Zwei Wochen später bemängelt der Immobilienbesitzer, die mangelnde Funktionsfähigkeit seiner Rollos. Diese fahren nicht runter. Bei der Überprüfung der Baustelle und des Auftrages wird deutlich, dass erst die Fenster und dann die Rollos zu verbauen sind. Dies wurde schriftlich festgehalten.

Der Immobilienbesitzer sieht die Sachlage anders und geht vor Gericht. Er verlangt die Kosten für den Aus- und Wiedereinbau der Rollokästen. Der Fensterbauer spricht mit seiner Haftpflichtversicherung, ob der Anspruch des Immobilienbesitzers gerechtfertigt ist. Die Haftpflichtversicherung des Fensterbauers sieht die Sachlage anders und vertritt ihren Kunden vor Gericht bis zur 2. Instanz. Der Immobilienbesitzer verliert den Prozess und trägt die gesamten Anwalts- und Gerichtskosten.

Übernahme Anwalts- und Gerichtskosten15.800,34 EUR